Pressemeldungen von TASSO e. V.


Sicherheit geht unter die Haut - Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. informiert über den Transponder als wichtiges Instrument zum Schutz von Hunden und Katzen

17.04.2019  © TASSO e.V.

Was ist ein Transponder?

Der Transponder, der zur eindeutigen Kennzeichnung von Heimtieren genutzt wird, ist maximal 12 mm groß und hat damit etwa die Größe eines Reiskorns. Umgangssprachlich wird der Transponder häufig auch Chip genannt. Dieser Begriff wird unter Fachleuten und Tierfreunden allgemein auch verstanden, obwohl der Mikrochip eigentlich nur ein Teil des Transponders ist. Dieser besteht zudem aus einer Antenne, die wie eine Spule aufgerollt wird. Luftdicht ummantelt ist der Transponder mit widerstandsfähigem und ungefährlichem Bioglas. Auf dem Mikrochip ist eine 15-stellige Zahl enthalten, die entweder mit einem Code des Herstellers oder einer Länderkennung beginnt. Diese Nummer ist einmalig. „Wichtig ist, dass ein Tierarzt gute Transponder von einem seriösen Hersteller bezieht“, betont Dr. Sven Hüther, Transponder-Experte bei TASSO.

Wie kommt der Transponder in das Tier?

Das Kennzeichnen des Tieres mit einem Transponder sollte unbedingt ein geschulter Tierarzt übernehmen. Die fachgerechte Technik ist wichtig, damit der Transponder korrekt mit dem Gewebe verwächst und ein Leben lang an der richtigen Stelle verbleibt. Die „richtige Stelle“ ist einheitlich festgelegt als linke Halsseite des Tieres. „Die optimale Injektionsstelle ist je nach Größe des Tieres etwa ein bis vier Fingerbreit vom Ohr entfernt“, konkretisiert Dr. Sven Hüther die Bestimmungen.

Welche Risiken bestehen?

Die Kennzeichnung mit einem Transponder durch einen Tierarzt ist ungefährlich. Es ist keine Narkose notwendig, da der Transponder mit einer Injektionsspritze unter die Haut gesetzt wird. Der Einstich mit der Spritze ist nicht schmerzfrei, tut aber weder lange noch übermäßig stark weh. Dennoch muss das Tier während der Injektion gut festgehalten werden, damit alles glatt läuft. Der Transponder ist nicht krebserregend und enthält keine giftigen Materialien.

Was ist wahr?

Ein Transponder gibt keine Strahlung ab, da er inaktiv unter der Haut „schlummert“. Er kann daher entgegen der Überzeugung und Hoffnung vieler Tierhalter auch nicht geortet werden. Er besitzt keine eigene Energiequelle und wird erst durch ein spezielles Lesegerät aktiviert, um dann die Informationen (also die 15-stellige Nummer) an dieses zu senden. Daher ist es wichtig, mit einem Fundtier zu einem Tierheim, Tierarzt oder auch zur Polizei und Feuerwehr zu gehen, die häufig ebenfalls mit einem solchen Lesegerät ausgestattet sind. Dort kann der Transponder dann ausgelesen werden. „Einen Transponder, der per GPS geortet werden kann, gibt es nicht“, räumt Dr. Sven Hüther mit einem verbreiteten Irrtum auf. „Unter anderem wäre dazu eine stetige Stromversorgung nötig. Da ein Tier aber nicht ‚aufgeladen‘ werden kann und es noch keine Batterien gibt, die in dieser kleinen Größe zuverlässig ein Tierleben lang halten, ist das nicht möglich.“

Der wichtigste Schritt

So raffiniert die Technologie des Transponders auch ist: Ohne eine Registrierung bei TASSO ist es sinnlos, einen Hund oder eine Katze mit einem Transponder kennzeichnen zu lassen. Erst wenn die an sich wenig aussagekräftige 15-stellige Nummer an einer zentralen Stelle (also in der TASSO-Datenbank) gemeinsam mit den Daten des Tierhalters hinterlegt wird, kann ein Tier eindeutig seinem Halter zugeordnet werden. Es ist daher wichtig, dass das Tier direkt nach dem Chippen noch in der Tierarztpraxis registriert wird. Alternativ sollten die Kunden darauf hingewiesen werden, dass sie ihren Vierbeiner unbedingt eigenständig registrieren sollten.

Wer nicht sicher ist, ob die Transpondernummer seines Tieres registriert ist, kann dies auf der TASSO-Homepage über die Transponderabfrage selbst prüfen: www.tasso.net/transponderabfrage

Zur kostenlosen Registrierung gelangen Tierhalter unter www.tasso.net/tier-registrieren.

Der Osterhase ist kein Kuscheltier - TASSO e.V. rät davon ab, unüberlegt Kaninchen anzuschaffen

10.04.2019 

„Kaninchen sind keine Kuscheltiere“, macht Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO klar. Es handelt sich um Tiere, die in einer Gruppe mit Artgenossen leben müssen, ausreichend Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten benötigen und den direkten engen Kontakt zum Menschen eher meiden. Für Kinder ist Kaninchenhaltung daher nur dann geeignet, wenn diese alt genug sind, um zu verstehen, dass die besonderen Bedürfnisse der Tiere respektiert werden müssen, und wenn sie in der Lage sind, gemeinsam mit ihren Eltern die Haltung optimal zu gestalten. Daher gilt ganz klar: Kaninchen sind kein geeignetes Ostergeschenk. Weder für Kinder noch für Erwachsene. TASSO vertritt grundsätzlich die Haltung, dass die Aufnahme eines Tieres in die Familie mit allen Beteiligten in Ruhe besprochen und gründlich anhand ausführlicher Informationen über die Bedürfnisse der Tierart durchdacht werden sollte. „Tiere sind kein Spielzeug, sondern fühlende Lebewesen, für die man mit dem Tag der Anschaffung eine meist jahrelange Verantwortung übernimmt“, betont Mike Ruckelshaus. Denn immerhin: Die Lebenserwartung von Kaninchen liegt bei acht bis zwölf Jahren.

Wer sich letztlich für die Haltung von Kaninchen entscheidet, sollte den Tieren unbedingt immer ausreichend Bewegungsmöglichkeiten zum Springen und Hoppeln zur Verfügung stellen können. Einzelhaltung ist absolut tabu. Auch Käfige sind kein geeigneter Lebensraum für Kaninchen. Im Idealfall erhalten die Tiere ein sicheres und großes Gehege im Freien, in dem sie natürlichen Boden unter den Pfoten haben und ihrem artgemäßen Bedürfnis zum Buddeln nachgehen können. Zudem sollte dieses Gehege mit Unterschlupfmöglichkeiten (Schutzhütten) gegen Angriffe von Beutegreifern gesichert sein und ausreichend Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung bieten. Die ganzjährige Außenhaltung ist allerdings nicht für alle Kaninchen geeignet. Tiere, die bisher nur in der Wohnung lebten, müssen behutsam daran gewöhnt werden, und Kaninchen mit sehr dünnem Fell können nur im Sommer nach draußen gelassen werden.

Wer sich dazu entschieden hat, Kaninchen zu adoptieren, dem empfiehlt Mike Ruckelshaus den Besuch im Tierheim. Dort warten zahlreiche Kleintiere auf eine neue Familie, die ihnen ein artgerechtes Leben bieten kann.

Weitere Informationen rund um die Haltung von Kleintieren finden Sie im TASSO-Wissensportal.

TASSO e.V. warnt zum „Tag der Welpen“ vor illegalem Welpenhandel

21.03.2019

Mit den sogenannten Wühltischwelpen machen Kriminelle seit Jahren erfolgreich Geschäfte. Die Masche ist so simpel wie perfide. Irgendwo im Ausland, oft in Osteuropa, werden Hündinnen wie Gebärmaschinen unter den widrigsten Umständen gehalten und bringen wie am Fließband Welpen zur Welt. Diese werden nur notdürftig versorgt und schon nach wenigen Wochen ins Ausland gebracht, wo sie dann als vermeintliche Welpen aus guter Zucht an unwissende Käufer übergeben werden. Die jungen Hunde sind nicht geimpft, wurden zu früh von der Mutter getrennt und sind nicht selten von Parasiten befallen oder leiden unter Infektionskrankheiten wie Staupe oder Parvovirose. Vor der Übergabe werden sie teilweise mit Medikamenten aufgeputscht, sodass sie während des Verkaufs lebhaft und fit wirken. Doch schon kurze Zeit nach dem Einzug der Tiere in ihr neues Zuhause werden viele von ihnen krank. Tierarztbesuch folgt auf Tierarztbesuch, die Behandlungskosten übersteigen den Kaufpreis schnell um ein Vielfaches. Die jungen Hunde leiden und überleben trotz aller medizinischen Unterstützung oft nicht einmal das erste Lebensjahr.

Leider sind die Methoden der illegalen Welpenhändler in den vergangenen Jahren noch professioneller geworden. War früher noch der niedrige Preis ein eindeutiges Indiz für unseriöse Angebote, so haben die Anbieter längst reagiert und verlangen nun kurzerhand Preise, die kaum noch einen Unterschied zu wirklich seriös gezüchteten Welpen erkennen lassen. In ihren Anzeigen schreiben sie von Welpen, die in einem schönen Zuhause aufwachsen und liebevoll an das Leben gewöhnt werden. Auf den ersten Blick ein fragwürdiges Angebot von einem seriösen zu unterscheiden, wird zunehmend schwieriger.

Was also tun, wenn es unbedingt ein Welpe sein soll? Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei der Tierschutzorganisation TASSO, die sich seit Jahren im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel engagiert, rät daher zunächst zum Gang ins Tierheim. „Auch im Tierschutz warten Welpen und Junghunde auf die Chance auf ein neues Leben“, sagt er. TASSOs Online-Tierheim shelta könnte ebenfalls eine erste Anlaufstelle sein.

Wenn es unbedingt eine bestimmte Rasse sein soll, die im Tierschutz gerade nicht zu finden ist, ist es wichtig darauf zu achten, dass die Anbieter seriös sind. Interessenten sollten persönlichen Kontakt zum Züchter aufnehmen, die Tiere vor Ort besuchen dürfen, sich die Mutter zeigen lassen und prüfen, ob die Tiere einen guten Gesamteindruck machen. TASSO rät dazu, Angebote genau zu prüfen und hat als Unterstützung dazu einen Leitfaden mit Tipps für die Suche entworfen, der auf der Webseite von TASSO unter www.tasso.net/wuehltischwelpen zum Download angeboten wird.

Ausdrücklich warnt Mike Ruckelshaus vor Mitleidskäufen. „Auch wenn es hart klingt, aber jedes verkaufte Tier kurbelt die Nachfrage an und sorgt dafür, dass neue Welpen produziert werden“, warnt der Tierschutzexperte. Erst wenn die Nachfrage versiegt, besteht die Chance, dem illegalen Welpenhandel endlich ein Ende zu bereiten.

Die Gefahr im Gras - Anti-Zecken-Tipps für Tierhalter

13.03.2019 

Auch wenn es aufwendig ist: Von nun an sollten Tierhalter ihren Vierbeiner unbedingt nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich auf Zecken absuchen. Und zwar unabhängig davon, ob sie im Park, im Wald oder im eigenen Garten unterwegs waren, und ganz gleich, welchen zusätzlichen Schutz sie anwenden. Dasselbe gilt für Katzen mit Freigang – soweit sie es zulassen. Darüber hinaus ist die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach überzeugt, dass ein gezielter Schutz mit einem wirksamen Insektizid unerlässlich ist. „Die Gefahr von durch Zecken übertragene Krankheiten ist einfach so groß geworden, dass für mich kein Weg daran vorbeiführt“, sagt sie. Wirksame verschreibungspflichtige Mittel sind beim Tierarzt erhältlich. Aufgrund der Vielfalt der Mittel sollten sich Tierhalter unbedingt beim Tierarzt ihres Vertrauens beraten lassen, um die beste individuelle Lösung für ihren Vierbeiner zu finden.

Die Krankheiten, die durch bei Zeckenbissen übertragene Erreger ausgelöst werden können, sind vielfältig und gefährlich. Besonders häufig übertragen wird die Lyme-Borreliose. Die Erreger der Borreliose werden erst einige Stunden nach dem Stich abgesondert. Grundsätzlich gilt: „Je länger eine Zecke vom Blut des Wirtes saugt, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass gefährliche Erreger übertragen werden“, erklärt Tierärztin Dr. Anette Fach. In den vergangenen Jahren konnte sie in ihrer Praxis beobachten, dass die Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, stetig zunehmen. Eine Möglichkeit, um bereits während des Aufenthaltes im Freien schnell reagieren zu können, ist immer ein geeignetes „Werkzeug“ zur Entfernung von Zecken (zum Beispiel eine Zeckenzange) bei sich zu tragen.

Meist lassen sich die Plagegeister leicht entfernen. Bleibt allerdings der Kopf stecken, sollte an der betreffenden Stelle nicht gedrückt oder gequetscht werden. „In der Regel schafft es der Körper alleine, den Zeckenkopf abzustoßen. Wenn Tierhalter jedoch eine Rötung und Schwellungen feststellen, sollte das Tier besser dem Tierarzt vorgestellt werden“, rät Dr. Anette Fach.

Zecken – in Deutschland ist die häufigste Art der gemeine Holzbock – lauern meist auf Grashalmen, in Gebüschen oder auf herumliegendem Todholz. Bei Kontakt mit einem Tier oder Mensch bleiben sie an dem Fell oder auf der Kleidung hängen. Wie das Robert-Koch-Institut klarstellt, können Zecken weder springen noch fallen sie von Bäumen auf ihre „Opfer“ herunter.

TASSO-Tipp: Tierhalter sollten auch auf sich selbst achtgeben. Am besten tragen sie lange Kleidung und untersuchen auch sich selbst nach dem Ausflug ins Grüne nach Zecken.  

Mieze und Bello sind nicht angesagt - TASSO-Statistik zeigt die beliebtesten Tiernamen der Deutschen für das Jahr 2018

15.01.2019

Der Trend, der sich anhand der Neuanmeldungen in Europas größtem Haustierregister zeigt, geht in eine ganz andere Richtung: „Typische“ Katzen- und Hunde-Namen sind nicht angesagt, stattdessen setzen Tierhalter seit Jahren auf dieselben Namen für ihre vierbeinigen Freunde. Die Veränderungen in den Top 10 sind gering. Nur selten kommt ein neuer Name hinzu. So waren Luna und Balu auch im Jahr 2018 wieder besonders angesagt. Dabei ist es egal, ob Hunde- oder Katzenhalter für die Namenswahl verantwortlich sind.

Luna führt die Namenshitliste für Hündinnen nun schon seit mindestens zehn Jahren an. Oft gefolgt von Emma und Bella. Auch bei den Katzen hatte Luna die Nase lange Zeit unangefochten vorne. Erst in den letzten drei Jahren musste sie sich mit Platz 2 zufriedengeben und Lilly an die Spitze ziehen lassen.

Bei den Rüden hat Balu Sam und Rocky bereits seit einiger Zeit hinter sich gelassen und verteidigt den ersten Platz nun schon das vierte Jahr in Folge. Sind sich die Namen von Katzen und Hündinnen noch recht ähnlich, so sind gerade an der Spitze zwischen Rüden und Katern deutlichere Unterschiede zu erkennen. Simba, Findus oder Felix spielen bei Hunden keine große Rolle. Das scheinen typische Katzennamen zu sein, während Buddy und Rocky eher für Hunde gewählt werden.

Eine Übersicht über die beliebtesten Tiernamen in den vergangenen zehn Jahren finden Sie hier: https://www.tasso.net/Service/Wissensportal/TASSO-Fakten/Die-beliebtesten-Tiernamen

Die Zahlen basieren jeweils auf den Neuregistrierungen in einem Jahr.

Die gefährlichste Nacht des Jahres 
Zum Jahreswechsel laufen mehr Tiere weg als an jedem anderen Tag – Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. gibt Tipps für den Ernstfall

12.12.2018

Wenn an Silvester die Menschen freudig und laut das neue Jahr begrüßen, durchleben viele Tiere den größten Horror. Sowohl Haus- als auch Wildtiere leiden am letzten Tag des Jahres, der den Menschen so viel Freude bereitet. Bei der Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, laufen rund um den Jahreswechsel die Telefonleitungen heiß, weil Hunde und Katzen entlaufen. Allein am letzten Tag des Jahres 2017 und am ersten Tag in 2018 sind 375 Tiere bei TASSO als vermisst gemeldet worden. Dazu kommen 283 Tiere, die gefunden worden sind, noch bevor eine Vermisstenmeldung eingegangen war. Auffällig ist vor allem die Zahl der entlaufenen Hunde. Sind das am Tag sonst durchschnittlich etwa 100 Fälle, wurden an den beiden letzten Tagen des Jahreswechsels mindestens 500 Hunde von ihren Familien getrennt.

„Hunde entlaufen vor allem, weil sie sich vor dem Silvesterfeuerwerk erschrecken“, weiß TASSO-Leiter Philip McCreight und ergänzt: „Auch Vierbeiner, die eigentlich keine Angst vor lauten Geräuschen haben, können in einem ungünstigen Moment Angst kriegen und weglaufen. Daher warnen wir Tierhalter immer davor, ihre Hunde in den letzten Tagen des Jahres noch freilaufen zu lassen. Vor allem bei ängstlichen Tieren ist jetzt sogar eine doppelte Sicherung vonnöten.“

Die Mitarbeiter der TASSO-Notrufzentrale sind auch in der gefährlichsten Nacht des Jahres für Tierhalter da. Die Besetzung wird im Vergleich zu den anderen Nächten kräftig aufgestockt, so dass immer Ansprechpartner zur Verfügung stehen und schnelle Hilfe geleistet werden kann. „Uns erreichen in der Silvesternacht und an Neujahr ungewöhnlich viele Anrufe. Zum Glück melden sich nicht nur Tierhalter, sondern vor allem auch ganz viele Menschen, die ein umherirrendes Tier gefunden und sich darum gekümmert haben“, erinnert sich TASSO-Mitarbeiterin Manuela Ettlinger an den vergangenen Silvesterdienst in der TASSO-Notrufzentrale.

Dass Tiere direkt während des Jahreswechsels Reißaus nehmen, geschieht recht häufig. Wenn ihre Halter zum Beispiel in den Garten oder auf die Straße vor dem Haus gehen, um das neue Jahr zu begrüßen, entwischen Hunde und Katzen schnell mal durch offen stehende Türen oder Fenster. Vor allem Besucher achten oft nicht darauf, alle Türen zu schließen. Bereits einige Tage vor Silvester, meist sobald das Silvesterfeuerwerk im Handel verkauft werden darf, entlaufen viele Vierbeiner. Und auch einige Tage nach Neujahr passiert es noch, dass sie von verspätet gezündeten Knallern erschreckt werden. Freigängerkatzen trauen sich zudem oft nicht nach Hause oder haben sich verlaufen, weil sie aus Angst vor dem lauten Knallen von ihren üblichen Wegen abgewichen sind. Daher sollten die Tiere – auch Wohnungskatzen – unbedingt bei TASSO registriert sein, damit sie im Ernstfall eine Chance haben, bald wieder nach Hause zurückgebracht werden zu können. Die Registrierung kann auch kurzfristig noch über die TASSO-Homepage unter www.tasso.net/online-registrierung vorgenommen werden.

Für die Tage rund um den Jahreswechsel rät TASSO Tierhaltern:

  • Lassen Sie Ihre Freigängerkatzen im Haus
  • Sichern Sie Ihren Hund bei jedem noch so kleinen Spaziergang gut ab
  • Versuchen Sie am Silvestertag rechtzeitig mit Ihrem Hund die letzte Gassirunde zu gehen, bevor überall ausgelassen geknallt wird
  • Richten Sie Rückzugsmöglichkeiten in der Wohnung ein und versuchen Sie durch heruntergelassene Rollos und mit Hilfe des laufenden Fernsehers oder Radios den Lärm auszusperren
  • Seien Sie bei Ihrem Tier und stehen Sie ihm bei, wenn es Angst hat
  • Leidet Ihr Tier auch gesundheitlich stark unter dem Krach des Jahreswechsels, halten Sie frühzeitig Rücksprache mit Ihrem Tierarzt
  • Verzichten Sie an Silvester selbst auf das Zünden von Raketen und Böllern und gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Den Wildtieren zuliebe - Beim Autofahren ist nun besondere Vorsicht nötig

25.10.2018  

Besonders auf Strecken, die an Wäldern oder Feldern vorbeiführen sowie in Gebieten mit gekennzeichnetem Wildwechsel ist es nun wichtig, langsam zu fahren, Abstand zu halten und immer bremsbereit zu sein. Sobald Wild am Straßenrand zu erkennen ist, sollten Verkehrsteilnehmer abblenden (also von Fern- auf Abblendlicht wechseln), abbremsen und hupen, um das Tier zu verscheuchen. Auf keinen Fall darf das Tier durch das Einschalten des Fernlichtes geblendet werden, da es hierdurch die Orientierung verliert und dadurch erst recht auf die Lichtquelle und somit die Straße zulaufen wird. Zudem müssen Sie damit rechnen, dass weitere Tiere folgen können.

Wenn der Zusammenstoß unvermeidbar ist, empfiehlt der ADAC, das Lenkrad festzuhalten und kontrolliert zu bremsen. Autofahrer, die versuchen, ein Tier durch ein Ausweichmanöver zu schützen, begeben sich und andere Verkehrsteilnehmer in große Gefahr. Zusammenstöße mit Bäumen am Straßenrand oder mit dem Gegenverkehr haben häufig auch für die Unfallbeteiligten schlimme Folgen.

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zusammenstoß mit einem Wildtier, gilt es Folgendes zu beachten:

  • Das Auto zum Stillstand bringen und Ruhe bewahren
  • Warnweste anziehen, Warnblinkanlage einschalten, die Unfallstelle sichern und eventuell verletzte Personen versorgen
  • Die Polizei alarmieren und so lange bei dem verletzten Tier bleiben, bis Hilfe eintrifft
  • Fotos von der Unfallstelle und dem Tier anfertigen und die Kontaktdaten von vorhandenen Zeugen notieren

Achtung: Seien Sie vorsichtig, ein verletztes Tier kann bedingt durch seine Schmerzen und seine Panik beißen. Ein verletztes oder totes Tier darf auch niemals in guter Absicht mitgenommen werden. Diese Handlung gilt im Sinne des Gesetzes als strafbare Wilderei.

Eine Ausnahme bildet das Bundesland Hessen: In einem Schreiben an die Landestierärztekammer hat hier das Umweltministerium bereits 2015 klargestellt, dass ein verletztes Wildtier, das dem Jagdrecht unterliegt, zu einem Tierarzt zur Behandlung gebracht werden darf, sofern derjenige, der das Tier der Natur entnimmt, dies dem Jagdausübungsberechtigten beziehungsweise der Polizei mitteilt. Mit dieser Regelung soll sichergestellt werden, dass jedermann verletzten oder in Not befindlichen Wildtieren helfen kann und somit das Tierschutzgesetz Berücksichtigung findet. Die Tierschutzorganisation TASSO begrüßt diese Klarstellung ausdrücklich und fordert entsprechende Regelungen auch in den anderen Bundesländern.

TASSO-Tipp: Es ist hilfreich, sich von der Polizei noch vor Ort für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung ausstellen zu lassen. Diese kann bei der eigenen Kfz-Versicherung eingereicht werden. Insbesondere, wenn das verletzte Tier geflüchtet ist, ist diese Bescheinigung für die Versicherung wichtig.

Sinnloses Töten unter dem Deckmantel des Artenschutzes

13.08.2018

Die Einführung von Schonzeiten für Füchse und Waschbären in Hessen war im Hinblick auf den Tierschutz lange überfällig. Die Schonzeit schützt während der Jungenaufzuchtszeit beispielsweise Jungfüchse davor, von Jägern mithilfe spezieller Jungfuchsfallen gefangen und durch Erschießen, Erschlagen oder den Jagdhund bereits als tapsige Welpen am Bau getötet zu werden. Die Bejagung erwachsener Füchse zur dieser Zeit würde praktisch unvermeidbar auch zur Tötung von Elterntieren und damit zu einem grausamen Hungertod von Jungtieren führen. Gemessen an der Streuung der realen Geburtstermine und der Zeit bis zur Selbständigkeit der Jungtiere müssten die aktuellen Schonzeiten jedoch noch deutlich ausgeweitet werden, um Fuchs und Waschbär ein Mindestmaß an Tierschutz zu gewähren. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von über 60 deutschen Natur- und Tierschutzorganisationen, fordert die ganzjährige Schonung des Rotfuchses und beruft sich dabei auf einen umfassenden Katalog wissenschaftlicher Quellen, die die vermeintliche „Notwendigkeit“ der Fuchsjagd widerlegen.

Schonzeitaufhebung – wie gesetzliche Schonzeiten durch Ausnahmeregelungen umgangen werden
Ungeachtet dessen fordern Jäger mit regelrechten Hetzkampagnen gegen Fuchs und Waschbär vehement die Rückkehr zur schonungslosen, ganzjährigen Bejagung. Bereits im Jagdjahr 2016/17 hatte das Hessische Umweltministerium auf Drängen der Jäger diese Schonzeiten in 40 Jagdrevieren in der Wetterau aufgehoben. Jäger gaben später bekannt, dass sie während dieser Zeit nahezu den kompletten Zuwachs an Jungfüchsen getötet haben. Dennoch wurden die gesetzlichen Schonzeiten Ende Mai 2018 erneut, diesmal in 89 Revieren im Rebhuhnhegering Wetterau, aufgehoben.

Begründung der Schonzeitaufhebung ist haltlos
Angeblich diene diese Ausnahmegenehmigung dem Schutz des Feldhamsters. Eine vermeintliche Störung des biologischen Gleichgewichtes durch Fuchs und Waschbär konnte allerdings nicht belegt werden, sondern basiert lediglich auf Mutmaßungen. Auch das als Begründung angeführte Feldhamster-Artengutachten erwähnt das Erfordernis einer „jagdlichen Regulierung“ von Beutegreifern mit keinem Wort. Stattdessen wird dort auf Maßnahmen zur Biotopverbesserung vor allem durch die Landwirte gesetzt, um den wirklichen Ursachen des Artensterbens entgegenzuwirken. Die lokal sehr hohen Abschusszahlen, die während der Schonzeitaufhebung 2017 erreicht wurden, sind auch kein Beweis für eine hohe Populationsdichte der Beutegreifer. Vielmehr dürften die von den Jägern während der Schonzeit leergeschossenen Fuchsreviere immer wieder andere Füchse aus umliegenden Revieren angelockt haben. So könnte sich der Prädationsdruck in den besagten Revieren tatsächlich erst aufgrund der Bejagung durch Zuwanderung erhöht haben – ein Teufelskreis, der die Jägerschaft – absurderweise – immer höhere Abschusszahlen fordern lässt.

Natur- und Tierschützer fordern Ende der schonungslosen Jagd
Nicht nur der Rebhuhnhegering Wetterau hat im vermeintlichen Artenschutz ein Hintertürchen gefunden, um die Schonzeiten für die unter Jägern oft regelrecht verhassten und mit Freude getöteten Beutegreifer umgehen zu können. Auch in der Hessischen Rhön wurden die gesetzlichen Schonzeiten aufgehoben. Doch es geht hierbei keineswegs um wirksamen Artenschutz, sondern vielmehr darum, die möglichst intensive und schonungslose Bejagung von Fuchs und Waschbär als vermeintlich sinnvoll oder gar notwendig darzustellen und so die Abschussinteressen der Jägerschaft durchzusetzen. Als Mitglied des Aktionsbündnisses Fuchs kritisiert auch die Tierschutzorganisation TASSO e.V. die Aufhebung von Schonzeiten für Beutegreifer massiv und fordert stattdessen eine ganzjährige Schonung des Fuchses. Rote-Liste-Arten wie der Feldhamster müssen nachhaltig und wirkungsvoll geschützt werden und dürfen nicht von Jagdbefürwortern instrumentalisiert werden, um eine rücksichtlose Bejagung von Beutegreifern zu legalisieren.

Weltkatzentag am 08.08.: Bündnis „Pro Katze“ im Gespräch mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund

08.08.2018

Das Bündnis „Pro Katze“, ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen TASSO e.V., VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz und Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., hat den Weltkatzentag am 8. August zum Anlass genommen, beim Deutschen Städte- und Gemeindebund für den flächendeckenden Erlass kommunaler Katzenschutzverordnungen zu werben.

Bei dem Gespräch wurde zunächst das Elend der rund zwei Millionen in Deutschland lebenden Streunerkatzen erörtert. Unterernährung, Krankheiten, Verletzungen und Kälte verursachen bei den Tieren oft erhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden, die nicht selten mit einem qualvollen Tod enden. Verschlimmert wird dieses Leid durch die unkontrollierte Vermehrung der Katzen. Die Verpaarung von unkastrierten freilaufenden Besitzerkatzen mit Streunerkatzen verschärft die Situation.

„Daher ist die Einführung einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hauskatzen mit Freigang oft das einzige Mittel zur nachhaltigen Eindämmung des Katzenelends“, erläutert Dr. Cristeta Brause, Tierärztin und Tierschutzreferentin bei TASSO e.V.

Neben der ordnungsrechtlichen Möglichkeit, eine solche Regelung zur Katzenkastrationspflicht einzuführen, haben die Städte und Gemeinden der meisten Bundesländer mittlerweile auch eine tierschutzrechtliche Grundlage für den Erlass sogenannter Katzenschutzverordnungen. Hiervon wird bundesweit allerdings mit sehr unterschiedlichem Engagement Gebrauch gemacht.

„Gerade aus Gemeinden, die noch keine Katzenkastrationspflicht haben, erreichen uns Meldungen zu bereits länger bestehenden Tierschutzproblemen bei Streunerkatzen“ berichtet Manuela Stau, Koordinatorin Streunerkatzen-Projekt Deutschland von VIER PFOTEN.

„In diesen Fällen sehen wir die Kommunen in der Pflicht, endlich auch die politische Verantwortung für ihre Streunerkatzen zu übernehmen“, so Kristine Conrad, PR-Referentin vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.


Miriam Marnich, Referatsleiterin unter anderem für Recht und Verfassung vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, betonte, dass der Schutz von streunenden Katzen Städten und Gemeinden ein wichtiges Anliegen ist, die Anwendung von Katzenschutzverordnungen mit einer Registrierungs- und Kastrationspflicht jedoch aufgrund rechtlicher Vorgaben jeweils nur individuell vor Ort in den Kommunen entschieden werden kann.

Über das Bündnis „Pro Katze“
Das Bündnis „Pro Katze“ ist ein seit 2011 bestehender Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen TASSO e.V., VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz und Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Im Rahmen der Bündnisarbeit wollen die Vereine auf die Folgen der unkontrollierten Vermehrung von Straßenkatzen aufmerksam machen. Gemeinsam setzen sich die drei Organisationen für eine bundesweite Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hauskatzen mit Freigang ein, unterstützen Städte und Gemeinden bei der Einführung von Katzenkastrationsverordnungen und führen Kastrationsprojekte durch.

Foto v. l. n. r.: Dr. Cristeta Brause von TASSO e.V., Manuela Stau von Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz, Miriam Marnich vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und Kristine Conrad vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Alarmstufe rot – Was tun, wenn ein Vierbeiner im Auto um sein Leben kämpft?

Aktion „Hund im Backofen“ von TASSO e.V. klärt auf und gibt Tipps für den Notfall

25.07.2018

Schon ab Temperaturen von 20 Grad Celsius kann ein Auto zur tödlichen Hitzefalle werden. Das Fahrzeuginnere heizt sich schnell auf extreme Temperaturen auf. Der Hund versucht, sich durch Hecheln Kühlung zu verschaffen. Dabei verbraucht er sehr viel Wasser. Wenn er dieses Wasser nicht wieder aufnehmen kann, besteht die Gefahr eines Hitzschlages. Das Auto im Schatten zu parken und ein Fenster einen Spaltbreit offen zu lassen, reicht nicht aus! Erst in der vergangenen Woche ist im Main-Taunus-Kreis ein Hund ums Leben gekommen, nachdem er von seinem Halter im heißen Fahrzeug zurückgelassen worden war.

Erste Anzeichen eines Hitzschlages bei Hunden sind Unruhe, eine weit herausgestreckte Zunge, Taumeln und Erschöpfung. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Hitzschlag zu einem Schockzustand, Bewusstlosigkeit und nicht selten sogar zum Tod führen. Ein Tier, das Symptome eines Hitzschlages zeigt, muss so schnell wie möglich von einem Tierarzt behandelt werden.

„Feuerwehr oder Polizei dürfen in solchen Situationen in jedem Fall eingreifen“, erklärt Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V. „Aber auch verantwortungsbewusste Mitmenschen sind ausdrücklich aufgefordert, sich für das Leben des Tieres einzusetzen.“ Doch was kann der aufmerksame Passant tun und was darf er überhaupt?

Für das Verhalten in einem solchen Ernstfall gibt TASSO Tipps:

  • Steht das Auto auf dem Parkplatz eines Geschäfts oder ähnlichem, lassen Sie den Halter ausrufen.
  • Informieren Sie die Polizei oder die Feuerwehr.
  • Notieren Sie sich alle wichtigen Daten: Datum, Ort, Uhrzeit, Automarke, Farbe und Kennzeichen des Wagens.
  • Dokumentieren Sie den Vorfall mit Fotos.
  • Suchen Sie Zeugen, die die Geschehnisse bestätigen können, und notieren Sie sich deren Telefonnummer und Anschrift.
  • Erstatten Sie zur Sicherheit Strafanzeige wegen Tierquälerei.

Wenn die Situation für den Hund lebensbedrohlich und so eilig ist, dass nicht länger auf Polizei oder Feuerwehr gewartet werden kann, darf der Hund selbst befreit werden. Dabei gilt es jedoch, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Denn: Um das Tier zu befreien, ist es unumgänglich, fremdes Eigentum zu beschädigen. Darum ist es ratsam, dem Wagen so wenig Schaden wie möglich zuzufügen und weder Front- noch Heckscheibe, sondern besser ein Seitenfenster einzuschlagen.

Der Helfer muss jedoch damit rechnen, dass der Fahrzeughalter später Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstatten wird. In diesem Fall können sich Betroffene auf den rechtfertigenden Notstand nach § 34 StGB berufen. Umso wichtiger ist es, die Polizei zu verständigen und Telefonnummer und Anschrift von Zeugen zu notieren. Die entstandenen Kosten eines notwendigen Polizei- oder Feuerwehreinsatzes hat nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ 12 A 10619/05) der Hundehalter zu tragen. Denn schließlich trägt er die Verantwortung für das, was er seinem hilflosen Vierbeiner zumutet. Und er verstößt gegen das Tierschutzgesetz, wenn er sein Tier die Hitze des heißen Fahrzeuges aushalten lässt.

Das hat auch kürzlich ein Münchner Gericht (1115 OWi 236 Js 193231/17) festgestellt und eine Hundehalterin zur Verantwortung gezogen, die ihrem Rottweiler-Doggen-Mischling erhebliche Qualen bereitet hat, als sie ihn etwa 30 Minuten im Auto zurückgelassen hatte. Die Tierhalterin muss wegen dieses Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nun eine Geldbuße zahlen.

Um umfangreich über das Thema „Hund im Backofen“ aufzuklären, bietet TASSO Plakate und Informationskarten zum Bestellen und Herunterladen an. Darüber hinaus hat der Verein einen Aufklärungsfilm veröffentlicht, in dem ein Mitarbeiter den Selbstversuch im heißen Fahrzeug gewagt hat. Beides ist zu finden unter www.tasso.net/Hund-im-Backofen.

Wenn Miezi verschwunden ist - Die Suche nach entlaufenen Katzen ist Fleißarbeit

10.07.2018

Im Schnitt entlaufen Katzen zehnmal häufiger als Hunde. Klar, denn sie dürfen oft Freigang genießen. Eine freilaufende Katze ist zudem kein ungewöhnlicher Anblick, so dass die Menschen nicht sofort aufmerksam werden. Weiterhin sind Katzen in der Regel schreckhafter und haben es leichter, sich zu verstecken. Oft finden die Samtpfoten nach einiger Zeit doch noch alleine nach Hause, häufig werden sie auch von Tierfreunden aufgenommen und zum Tierarzt oder ins Tierheim gebracht, von wo aus sie dank ihrer Registrierung bei TASSO schnell ihrem Halter zugeordnet werden können. Und manchmal entdeckt auch der Tierhalter selbst sein Tier bei der Suche. Gerade diese Suche bedarf jedoch eines planvollen Vorgehens, um die Samtpfoten nicht zu verschrecken.

Tipps des TASSO-Teams für die Suche nach entlaufenen Katzen

Ruhe bewahren! Es fällt schwer, aber panisches Rufen wird eine ängstliche Katze eher verunsichern, als sie hervorzulocken. Vor allem wenn mehrere Menschen in Gruppen auf die Suche gehen. Das Rascheln mit der bekannten Leckerli-Dose hingegen kann dazu beitragen, dass das Tier sich zeigt. Unter Büschen, unter Autos, auf Bäumen, in den allerkleinsten Ritzen: Für Katzen gibt es unzählige Versteckmöglichkeiten. Vor allem wenn die Tiere vor Schreck entlaufen sind, ist ihnen fast keine Lücke zu klein, um Schutz zu suchen.

Geduld zeigen. Wenn es einen Anhaltspunkt für das Versteck der Katze gibt, kann es helfen, sich einige Minuten hinzusetzen und das Tier zu locken. Hier ist Geduld gefragt, da einige Tiere Zeit brauchen, bevor sie sich trauen, hervorzukommen.

Nachts losziehen. Wenn es auf den Straßen ruhiger wird, werden die Tiere wieder mutiger, sie zeigen sich eher oder reagieren auf Rufe. Außerdem reflektieren ihre Augen, wenn Licht darauf fällt.

Beim Nachbarn klingeln. Wurde die Katze gesehen? Waren kürzlich Handwerker vor Ort, die die Türen ihrer Fahrzeuge offenstehen hatten? Kann es sein, dass sich die Katze auf dem Grundstück versteckt hat oder versehentlich eingesperrt wurde? Am besten bitten Tierhalter darum, selbst in Garagen, Kellern und Schuppen nachsehen zu dürfen. Manch eine Katze wird sich Fremden nicht zeigen, aber bei vertrauten Personen hervorkommen.

Taschenlampe mitnehmen. Auch tagsüber kann sich das lohnen. Wenn sich eine Katze unter etwas versteckt, wird sie beim Hineinleuchten in Richtung der Bedrohung blicken und dabei reflektiert das Licht in ihren Augen.

Entlaufene Wohnungskatzen sind besonders in Gefahr

Wenn eine Wohnungskatze entläuft, ist das besonders schlimm. Die Tiere kennen das Leben draußen nicht und sind nicht für Gefahren, zum Beispiel durch den Straßenverkehr, sensibilisiert. Wenn Katzen aus dem Fenster oder vom Balkon gestürzt sind, befinden sie sich oft noch in der Nähe. Daher ist es empfehlenswert, für vermisste Wohnungskatzen draußen einen geschützten Platz einzurichten. Ein Kleidungsstück, das nach dem vertrauten Menschen riecht, kann dabei helfen, die Katze anzulocken. Weiterhin können Duftspuren mit benutzter Katzenstreu gelegt werden. Im Idealfall erkennt das Tier seinen eigenen Duft und folgt diesem. Futter auszulegen ist hingegen keine so gute Idee, denn das lockt auch andere Tiere an und das gesuchte Tier traut sich dann vielleicht nicht heran.

Natürlich passen diese Tipps nicht für jede Situation und es gibt noch viele weitere Kniffe, die bei der Suche nach einer entlaufenen Katze helfen können. Viele dieser Ratschläge haben aber schon zum Erfolg geführt. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter der TASSO-Notrufzentrale den betroffenen Tierhaltern im Ernstfall rund um die Uhr telefonisch zur Verfügung und helfen weiter.

Einige Zahlen im Überblick:*

Bei TASSO registrierte Tiere: 9 Millionen, davon 5,1 Millionen Hunde, 3,9 Millionen Katzen
Entlaufene Katzen im Jahr 2017: 53.600
Entlaufene Hunde 2017: 33.700
Zurückvermittelte Katzen 2017: 38.600
Zurückvermittelte Hunde 2017: 31.700

*Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die bei TASSO gemeldeten Tiere. Es fließen nur die Fälle ein, die uns gemeldet wurden. Die Zahlen sind gerundet.

Urlaubszeit ist Reisezeit - Unterwegs in tierischer Begleitung

21.06.2018 

„Grundsätzlich sind Hunde ideale Reisebegleiter“, weiß Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt. „Im Gegensatz zu Katzen reisen Hunde meistens sehr gerne, denn für sie ist die Hauptsache, dass sie bei ihrem Rudel sind. Auch in Ferienwohnungen und Hotels sind Hunde nach Voranmeldung oft gern gesehene Gäste.“ Dennoch sollten die Vierbeiner nur dann auf Reisen gehen, wenn die Art des Urlaubs, die Umgebung, die Temperatur und die Bedingungen der Anreise für sie passen. Ist das nicht der Fall, kann es besser sein, den tierischen Freund bei Bekannten oder Verwandten unterzubringen oder ihn in die Obhut eines professionellen Hundesitters zu übergeben.

Weil der Urlaubsort, egal ob in Deutschland oder im Ausland für den Hund immer fremd sein wird, ist es gerade jetzt besonders wichtig, dass das Tier bei TASSO registriert ist“, betont Philip McCreight. Bei der Registrierung wird die Nummer des Transponders, der umgangssprachlich auch Mikrochip genannt wird, gemeinsam mit den Daten des Halters in der TASSO-Datenbank hinterlegt. Nur so kann ein entlaufenes Tier auch am Urlaubsort schnell wieder mit seiner Familie zusammengebracht werden.

Welches Verkehrsmittel bringt Mensch und Hund am sichersten in den Urlaub?

Im Flieger dürfen Hunde nur wenn sie sehr klein und leicht sind in der Kabine reisen. In der Regel gilt dabei eine Gewichtsgrenze von acht Kilogramm und auch für die Transporttasche sind Maximalgrößen vorgeschrieben. Tiere, die schwerer sind, müssen im Frachtraum reisen. Da dies sehr anstrengend und stressig für sie sein kann, sollten sich Hundehalter genau überlegen, ob es wirklich notwendig ist.

Leichter ist es, wenn es mit dem Zug in den Urlaub geht. Für ein Hundezugticket ist häufig der halbe Preis der Karte für Erwachsene fällig, es gilt Leinen- und oft auch Maulkorbpflicht. Reisende sollten sich vorab informieren, welche Bedingungen bei der jeweiligen Bahngesellschaft gelten. Wenn ein Maulkorb vorgeschrieben ist, sollten Sie frühzeitig beginnen, Ihr Tier daran zu gewöhnen, damit es dadurch auf der Reise keinen Stress hat.

Besonders komfortabel reisen Hunde im Auto. In der Regel sind sie dies schon gewöhnt, die Tierhalter können flexibel und häufig Pause machen, es ist nicht übermäßig laut, ein Maulkorb ist nicht nötig und das Rudel ist dabei. Natürlich muss der Vierbeiner während der Fahrt angemessen gesichert werden. Es darf weder für ihn selbst noch für andere Fahrgäste eine Gefahr bestehen. Am sichersten reist ein Hund in einer Hundebox, die quer zur Fahrtrichtung im Kofferraum montiert ist. Da viele Hunde im Auto schnell unter Übelkeit leiden, ist es ratsam, sie etwa vier bis sechs Stunden vor Abfahrt das letzte Mal zu füttern. Im Auto sollten die Fenster während der Fahrt geschlossen bleiben und die Klimaanlage darf nicht zu stark eingestellt sein, da Vierbeiner leicht eine Bindehautentzündung bekommen. Und natürlich gilt auch für die Pause auf dem Rasthof die Regel, einen Hund an warmen Tagen niemals im Auto zurückzulassen.

Damit auf der Reise und am Urlaubsort nichts Wichtiges fehlt, bietet TASSO e.V. eine Checkliste für das tierische Reisegepäck.
 

Die TASSO-Checkliste für das tierische Reisegepäck:

  • Für die Sicherheit: Heimtierausweis mit Informationen zu den letzten Impfungen, Telefonnummer des Ansprechpartners bei der Haftpflichtversicherung und die Adresse eines Tierarztes vor Ort
  • Für die Einreise: Bei Reisen ins europäische Ausland ist die Kennzeichnung mit einem Transponder bei Hunden, Katzen und Frettchen vorgeschrieben
  • Für die Fahrt und den Aufenthalt: Transportbox, Maulkorb (wenn nötig), Leine, Hundekissen oder Körbchen sowie Decke und Spielzeug
  • Für Hygiene und Hunger: Fressnapf, Kot-Tüten, Handtuch, Kamm und Bürste, Futter und Leckerlies
  • Für die Gesundheit: Reiseapotheke mit den Medikamenten, die das Tier benötigt, Mitteln gegen Reiseübelkeit und Durchfall, Wund- und Desinfektionsspray, Tüchern zum Reinigen der Augen und Pfoten, Zeckenzange und Verbandsmaterial

Weitere Informationen zum Thema „Urlaub mit Tier“ finden Sie auf der TASSO-Homepage: Urlaub mit Tier 

Tierschutzorganisation TASSO fordert Abschaffung der Rasseliste und die Einführung des Hundeführerscheins

16.05.2018

„Wir begrüßen diesen Antrag ausdrücklich, denn die Rasseliste hat keinen Beitrag zu einer effektiven Gefahrenabwehr in Hessen geleistet“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Dies belegen die Beißstatistiken des Innenministeriums. So wurden von 2006 bis 2015 insgesamt 2.626 Beißvorfälle in Hessen erfasst, bei denen Menschen verletzt wurden. Lediglich 158 dieser Vorfälle wurden von Listenhunden verursacht, also 6 Prozent. Ein signifikanter Rückgang der Beißvorfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, ist in diesem Zeitraum ebenfalls nicht zu verzeichnen. Die Beißstatistiken für 2016 und 2017 hat das Innenministerium bislang noch nicht vorgelegt.

„Rasselisten gaukeln nur eine Scheinsicherheit vor, schützen nicht vor Beißvorfällen und werden somit dem berechtigten Sicherheitsbedürfnis der Bürger nicht gerecht. Denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es keine gefährlichen Hunderassen gibt. Niedersachsen, Schleswig-Holstein und zuletzt Thüringen haben dies erkannt und ihre Rasselisten abgeschafft. Hessen sollte diesen Beispielen endlich folgen“, fordert der Tierschützer.

„Wir brauchen auch in Hessen gesetzliche Regelungen, die tatsächlich zu einer Prävention von Hundebissen führen. Daher fordert TASSO bereits seit Jahren die Abschaffung der Rasseliste zugunsten einer modernen Hundegesetzgebung, die auf die Kompetenz und Verantwortung der Hundehalter ausgerichtet ist und den Anforderungen an eine tierschutzgerechte Hundehaltung Rechnung trägt“, erläutert Mike Ruckelshaus. „Das bedeutet die Einführung eines Sachkundenachweises (Hundeführerschein) für Hundehalter, eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde sowie eine Haftpflichtversicherungspflicht.“

Beginn der Zeckenzeit - Füchse als Verbündete im Kampf gegen die Borreliose!

08.05.2018

Die Lyme-Borreliose ist in Europa die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit; mehr als 200.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr damit. Die Erkrankung wird von Bakterien verursacht und äußert sich im Frühstadium nur durch Rötungen um den Zeckenbiss sowie leichte Allgemeinsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Breiten sich die Erreger im Körper aus, können sie zu Herzproblemen, bleibenden Organschäden und schweren chronischen Symptomen führen. Bis heute gibt es – anders als etwa bei der ebenfalls von Zecken übertragenen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) – keinen Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose.

Mehr Füchse – weniger Borreliose-Erreger

Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass unsere wertvollsten Verbündeten bei der Bekämpfung dieser ernsten Infektionskrankheit Beutegreifer sind, die sich von Mäusen ernähren – allen voran der Rotfuchs. Der niederländische Biologe Hofmeester* verglich 20 Waldgebiete mit unterschiedlichen Populationsdichten von Beutegreifern wie Füchsen und Mardern. Seine höchst interessante Erkenntnis: In Gebieten, in denen viele Füchse lebten, trugen weitaus weniger Zecken Erreger der Lyme-Borreliose in sich.

Als Grund dafür identifizierte er den Einfluss der Beutegreifer auf das Verhalten von Mäusen, die als Hauptreservoir des Borreliose-Erregers gelten. Wo es genügend Beutegreifer gibt, halten Mäuse sich häufiger im Verborgenen auf und werden so seltener von Zeckenlarven befallen. Dadurch kann die Borreliose sich schlechter in der Mäusepopulation verbreiten, Zecken nehmen den Erreger seltener auf, und die Übertragungswahrscheinlichkeit auf den Menschen sinkt. Der Schutz von Füchsen trägt also dazu bei, Menschen, aber auch Haus- und andere Wildtiere vor von Zecken übertragenen Krankheiten zu schützen!

Forscher regen Schonung von Füchsen an

Die Autoren der in den renommierten britischen “Proceedings of the Royal Society of Biological Sciences” veröffentlichten Studie regen daher an, unser Verhältnis zu Beutegreifern wie dem Rotfuchs zu überdenken. Gerade Füchse würden in nahezu ganz Europa intensiv bejagt, statt sie als Verbündete im Kampf gegen Krankheiten zu würdigen und zu schützen.

Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von 60 deutschen Tier- und Naturschutzverbänden, schließt sich dieser Einschätzung an: „Für die Verfolgung des Rotfuchses gibt es keinen vernünftigen Grund“, so Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO e.V. und Mitglied des Bündnisses. „Im Gegenteil: Wie wir aus fuchsjagdfreien Gebieten wissen, profitiert die Natur vom Schutz dieser sozialen und intelligenten Beutegreifer. Dass sie uns beim Kampf gegen die Borreliose helfen, ist ein weiteres Argument dafür, die oftmals tierquälerische Bejagung des Fuchses zu beenden.“

*) Hofmeester, T.R. et al (2017): Cascading effects of predator activity on tick-borne disease risk. Proc. R. Soc. B 284 : 20170453.

Eine ausführliche Darstellung des Themas sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs.

Ein Fest für alle - TASSO-Tipps für ein tierfreundliches Ostern

15.03.2018

Sulzbach/Ts., 15. März 2018 – Das Osterfest steht vor der Tür, schon seit einigen Wochen lockt in den Supermärkten das bunte süße Naschwerk und langsam beginnen die Planungen für die Feiertage. Welche Dekoration kommt ins Haus, wo werden die Festtage verbracht und was gibt es zu essen? Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, wünscht sich zu diesem Anlass, dass die Menschen bei allen Überlegungen und Planungen rund um Ostern verstärkt Wert auf mehr Tierwohl legen.

Denn das traditionelle Fest ist für viele Tiere mit massivem Leid verbunden. So werden zum Beispiel die Kaninchen, die besonders in diesen Tagen bei vielen Menschen als Festtagsbraten auf den Tisch kommen, unter quälerischen Bedingungen in Gitterkäfigen gehalten und 90 Tage lang gemästet, bevor sie schließlich geschlachtet werden. „Auch wenn in Deutschland zwar Mindeststandards für die Mastkaninchenhaltung eingeführt wurden, so reichen diese für eine artgerechte Unterbringung bei weitem nicht aus“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Zudem stammt ein Großteil der hierzulande angebotenen Schlachtkaninchen aus dem Ausland, zum Beispiel aus China, wo es noch keinerlei tierschutzrechtliche Vorschriften gibt. Das Herkunftsland ist an den Buchstaben „CN“ auf dem Etikett zu erkennen. Der Verbraucher wird hier jedoch häufig dadurch getäuscht, dass die Aufkleber mit „EU“ überklebt werden. „Da die Zustände auch in Europa, zum Beispiel in Frankreich, Spanien und Deutschland nicht viel besser sind, rate ich aus Tierschutzgründen generell davon ab, Kaninchenfleisch zu kaufen“, führt Mike Ruckelshaus weiter aus.

Lebende Kaninchen als Ostergeschenk für Kinder sollten ebenfalls absolut tabu sein. „Tiere sind kein Spielzeug, sondern fühlende Lebewesen, für die man mit dem Tag der Anschaffung eine meist jahrelange Verantwortung übernimmt“, sagt Mike Ruckelshaus. Zahlreiche unüberlegt angeschaffte Kaninchen leiden in Privathaushalten zum Beispiel unter Einzelhaltung, zu kleinen Käfigen und ungeeignetem Futter. Dabei haben die Tiere einen großen Bewegungsdrang. Sie lieben es zu rennen, zu hoppeln und in natürlichem Boden zu buddeln. Vielen Leuten ist darüber hinaus nicht bewusst, dass Kaninchen als Gruppentiere sehr in einer Einzelhaltung leiden.

TASSO appelliert zudem an die Verbraucher, nur Eier aus Bio- oder Freilandhaltung zu kaufen. Zu erkennen sind diese an den Ziffern 0 bzw. 1 an der ersten Stelle des Stempels auf dem Ei. „Eier mit der Ziffer 2 oder 3 stammen aus Boden- beziehungsweise Käfighaltung“, so Mike Ruckelshaus. „In diesen Haltungsformen müssen die Legehennen enormes Leid ertragen, denn durch die Haltung vieler Tiere auf engem Raum kommt es zu Federpicken und Kannibalismus.“ Industriell gefärbte Eier unterliegen nicht der gesetzlichen Kennzeichnungspflicht und stammen meist aus Käfighaltung. Deshalb sollten sie ebenfalls gemieden werden.

Eine weiteres großes Tierschutzproblem beim Kauf von Eiern ist auch, dass derzeit bei der Legehennenproduktion in Deutschland noch immer mehr als 45 Millionen männliche Küken pro Jahr unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet werden, weil sie keine Eier legen und nicht genug Fleisch für die Mast ansetzen. Und das, obwohl der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bereits 2015 den Ausstieg aus der millionenfachen Kükentötung für 2017 angekündigt hatte. Im jetzigen Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist festgelegt, dass das Töten der Eintagsküken bis zur Mitte der Legislaturperiode beendet werden soll. „Das ist zu spät. Wir fordern ein sofortiges Ende dieser grausamen Praxis, da das millionenfache Töten ohne vernünftigen Grund, einzig aus wirtschaftlichen Gründen, ethisch nicht vertretbar ist“, appelliert Mike Ruckelshaus und fügt hinzu: „In einem Land, in dem der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert ist, ist das ein Armutszeugnis.“

Tierisch gesund - Schlank und fit, statt dick und träge

08.03.2018 

Sulzbach/Ts., 8. März 2018 – Die Hälfte aller Haustiere ist zu dick: Das ist nicht niedlich, sondern gefährlich, warnt die in Sulzbach ansässige Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt. Denn mit Übergewicht gehen Gefahren wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Gelenkerkrankungen einher.

„Gerade im Alter macht Tieren zu viel Gewicht wortwörtlich schwer zu schaffen“, sagt die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach und fügt hinzu: „Auch eingeschränkte körperliche Belastbarkeit, weniger Bewegungsfreude und viele weitere Beschwerden können durch zu viel Gewicht bedingt sein.“ Übergewicht ist also ein ernstes Problem. Hauptursache dafür ist häufig zu viel Futter im Verhältnis zum Kalorienverbrauch. Entweder sind die Fütterungsmengen zu groß, die Tiere erhalten das falsche Futter, zu viele Leckerchen oder zu wenig Bewegung. Die Regale im Fachhandel sind rappelvoll mit den verschiedensten Leckerbissen, die nicht immer gesund sind. Aber schließlich möchte jeder Tierhalter seinem vierbeinigen Begleiter hin und wieder eine Freude machen. Das sollte aber wohlüberlegt sein und im Zweifel sollten die Leckerlis von den Hauptmahlzeiten abgezogen werden.

Allerdings: Nicht immer ist nur das Futter Grund für eine Gewichtszunahme beim Tier. Auch Alter, Rasse oder eine eventuelle Kastration haben Einfluss auf die Neigung des Tieres zu Übergewicht. Zudem können Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion ursächlich dafür sein, dass ein Tier zu viel auf die Waage bringt.

Es liegt also in der Verantwortung eines jeden Tierhalters, darauf zu achten, dass sein Schützling nicht zu viel Gewicht mit sich herumschleppen muss und abzuklären, was dahinter stecken könnte. Daher ist es wichtig, ein Tier nicht einfach auf Diät zu setzen, sondern vorher Rücksprache mit dem Tierarzt zu halten, damit dieser Krankheiten ausschließen und Fütterungsempfehlungen geben kann. Auch um Rücksicht auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes oder der Katze zu nehmen, sollten sich Tierhalter eine Einschätzung vom Experten holen. Ein kleiner alter Hund, der zu dick ist, sollte beispielsweise natürlich nicht zehn Kilometer am Rad mitlaufen müssen, nur um schnellstmöglich abzuspecken.

Ist mein Tier zu dick? Die TASSO-Kurzcheckliste für Hunde und Katzen:

  • Sind die Rippen noch leicht zu fühlen?
  • Ist eine Taille zu erkennen?
  • Ist der Ansatz am Schwanz verdickt?
  • Ist das Tier träge und schlapp?

Bemerken Sie eines dieser Anzeichen? Dann sprechen Sie doch beim nächsten Besuch mal Ihren Tierarzt an und erkundigen Sie sich, ob Ihr Tier das ideale Gewicht hat.

Nachwuchs am Fuchsbau - Tier- und Naturschutzorganisationen fordern Ende der erbarmungslosen Jagd auf Jungfüchse und ihre Eltern

02.03.2018

Sulzbach/Ts., 2. März 2018Der Anblick spielender Jungfüchse gehört zu den schönsten Bildern, die unsere heimische Tierwelt zu bieten hat. Die wenigsten Menschen wissen jedoch, dass viele Fuchswelpen bereits am elterlichen Bau von Jägern erschossen oder in Fanginstrumenten wie der sogenannten „Eberswalder Jungfuchsfalle“ gefangen und dann getötet werden. Fuchswelpen haben in den meisten Bundesländern keine Schonzeit!

Qualvoller Tod von Fuchswelpen nach dem Tod der Fuchseltern

Elterntieren, die für die Jungenaufzucht notwendig sind, gesteht das Bundesjagdgesetz nach §22 Abs. 4 (Elterntierschutz) eine Jagdruhe zu. Nicht selten umgehen Jäger diesen Schutz, indem sie versuchen, zuerst die Fuchswelpen und dann deren Eltern töten. Reguläre Schonzeiten zumindest für erwachsene Füchse gibt es nur in etwa der Hälfte der Bundesländer (in Hessen gilt eine Schonzeit von 1. März bis 14. August). Wo keine Schonzeitregelungen existieren, ist es weitgehend dem Ermessen des Jägers überlassen, wann er die Flinte wieder auf Füchse anlegt. In der Regel wird den Bestimmungen zum Elterntierschutz zum Trotz bereits im Juni wieder das Feuer eröffnet. Forschungsergebnisse sowie Altersbestimmungen in Wildtierauffangstationen zeigen jedoch, dass manche Welpen erst im April oder Mai geboren werden. Da Fuchswelpen erst in einem Alter von etwa fünf Monaten auf sich allein gestellt überleben können, sterben viele Jungfüchse nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern qualvoll.

Fuchsjagd während der Paarungszeit: Ursache für Leid und Tod neugeborener Welpen

Hinzu kommt, dass gerade in der winterlichen Paarungszeit besonders intensiv Jagd auf Füchse gemacht wird. Dadurch werden nicht nur zahlreiche bereits schwangere Füchsinnen getötet, sondern es wird vielen Welpen bereits vor der Geburt der Vater genommen: Jeder Fuchsrüde, der nach der Paarung getötet wird, steht später nicht mehr für die Versorgung seiner Familie zur Verfügung. Fuchsväter leisten jedoch insbesondere durch die Versorgung von Fähe und Welpen mit Nahrung einen wichtigen Beitrag zur Jungenaufzucht. Studien zeigen, dass die Welpen "alleinerziehender" Fähen deutlich geringere Überlebenschancen haben und eine schlechtere körperliche Verfassung aufweisen als Jungfüchse, an deren Aufzucht sowohl Vater als auch Mutter beteiligt sind.

Aktionsbündnis Fuchs fordert Ende der Fuchsjagd

All dies zeigt unmissverständlich auf, wie willkürlich und erbarmungslos Füchsen hierzulande nachgestellt wird, und wie dabei selbst grundlegende biologische Fakten ignoriert werden. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. macht sich daher gemeinsam mit bundesweit mehr als 50 weiteren Natur- und Tierschutzorganisationen im „Aktionsbündnis Fuchs“ dafür stark, die sinnlose Bejagung des Fuchses einzustellen. „Es ist nicht zu tolerieren, dass Füchse in den meisten Bundesländern ohne reguläre Schonzeit verfolgt werden und nicht einmal ihren Nachwuchs unbehelligt von Flinten und Fallen aufziehen können“, erläutert Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO und Mitglied des Bündnisses. „Dabei gibt es keinen vernünftigen Grund für die erbarmungslose Hatz auf Meister Reineke“.

Eine ausführliche Darstellung des Themas sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs.

Die Deutschen lieben Mischlinge - Die TASSO-Statistik der beliebtesten Hunderassen 2017

17.01.2018 

Sulzbach/Ts., 17. Januar 2018 – Die meisten Hunde, die in deutschen Haushalten leben, sind Mischlinge. Das zeigt die TASSO-Statistik zu den beliebtesten Hunderassen deutlich. Bereits seit Jahren liegt der Mischlingshund bei der Auswertung auf dem ersten Platz.

So ist es auch bei den aktuellen Betrachtungen der Neuregistrierungen des Jahres 2017. Auch wenn die ersten drei beliebtesten Hunderassen zusammengezählt werden, sind es noch immer fast doppelt so viele Mischlinge, die 2017 in deutschen Haushalten ein Zuhause gefunden haben. Die Zahlen der Rassehundestatistik sind stabil: Vorne liegt wie schon im Vorjahr der Labrador Retriever (20.063 Neuregistrierungen in 2017), es folgen der Deutsche Schäferhund (14.877) und der Chihuahua (13.149). Auch die französische Bulldogge (10.848) und der Jack Russell Terrier (7.167) sind erneut in der Top 10 vertreten. Die untere Hälfte der Liste führt der Golden Retriever (6.587) an. Es folgen Australien Shephard (6.235), Yorkshire Terrier (5.489) Havaneser (3.957) und auf dem elften Platz Border Collie (3.871).

Grundsätzlich begrüßt TASSO die Vielfalt der verschiedenen Hunderassen, warnt jedoch vor dem Trend zu sogenannten Modehunden, also Tieren einer Rasse, die gerade besonders angesagt sind. Denn das kann für die Hunde schnell gefährlich werden. „Steigt die Nachfrage nach Modehunden plötzlich an, fördert das leider allzu oft den illegalen Welpenhandel“, weiß TASSO-Leiter Philip McCreight. Die Folge: Oft werden zu junge oder kranke Tiere von unseriösen Händlern statt von seriösen Züchtern verkauft, um die gestiegene Nachfrage zu befriedigen. „Die Tiere wurden dann häufig unter schlechten Bedingungen im Ausland geboren und zu früh von der Mutter getrennt, sodass oft ihr Gesundheitszustand und ihre Sozialisierung mangelhaft sind.“

Die gesamte Rassestatistik sowie eine Übersicht der beliebtesten Rassen in Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Kiel, Magdeburg, Mainz, München, Potsdam, Saarbrücken, Schwerin, Stuttgart und Wiesbaden finden Sie auf unserer Homepage unter www.tasso.net/hunderassen.

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